politbande
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positionen Arbeit, Rassismus, Soziales

Verschiedene Initiativen, Organisationen und Interessensverbände haben uns um die Positionierung zu Fragen und Thesen, sogenannter Wahlprüfsteine, gebeten. Manchmal war es uns auch ein Anliegen, uns öffentlich zu Prüfsteinfragen zu äußern, zu denen andere Parteien und Listen befragt wurden. Alle gesammelten Fragen inklusive unserer dazugehörigen Ausführungen findet ihr hier. Wir aktualisieren die Inhalte laufend.

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Alle öffentlichen Plätze und Grünanlagen mit vielen Besucher*innen müssen mit sauberen und kostenlosen Toiletten ausgestattet sein, weil sie die Teilhabe aller Menschen im öffentlichen Leben sichern.

Fehlen Toiletten, schränkt das die Nutzung eben dieser Plätze stark ein. Kostenlose und saubere Toiletten erleichtern das Leben für Familien und Kinder, da längere Aufenthalte ohne Sorgen möglich sind und eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung ermöglichen. Auch ältere Menschen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder chronischen Erkrankungen sind auf regelmäßigen Zugang zu Sanitäranlagen angewiesen. Ebenso betrifft es Menschen, die menstruieren: Ohne zugängliche, saubere Toiletten wird Teilhabe erschwert und Barrieren zu – eigentlich für alle zur Verfügung stehenden – öffentlichen Räumen geschaffen.

Erstens sind Hygieneprodukte wie Menstruationsartikel Grundbedürfnisse. Wenn sie fehlen, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen und den Schulalltag belasten. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass besonders menstruierende Schüler*innen ohne Zugang zu kostenlosen Produkten Unterricht verpassen oder sich schämen, Hilfe zu suchen.

Zweitens sorgen kostenlose Hygieneprodukte für mehr Chancengleichheit. Nicht alle Familien können diese Produkte jederzeit finanzieren oder mitgeben. Schule ist ein Ort, an dem alle die gleichen Voraussetzungen haben sollten – dazu gehört auch der verlässliche Zugang zu Hygiene. Drittens stärken solche Angebote das Wohlbefinden und die Würde der Schüler*innen. Wer sich sicher fühlt und versorgt ist, kann sich besser auf das Lernen konzentrieren.

Bildung und Teilhabe dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Aktuell behindern bürokratische Verzögerungen bei Sozialleistungen wie dem Wohngeld den Zugang zu kostenlosem Mittagessen für bedürftige Kinder massiv. Ein kostenloses Angebot für alle sichert echte Chancengerechtigkeit und entlastet Familien strukturell. Soweit soziale Gerechtigkeit auf kommunaler Ebene verstärkt werden kann, sollte Stadt dies auch priorisieren und umsetzen.

Diskriminierung darf in der Verwaltung keinen Platz haben. Wir befürworten Awareness-Fortbildungen und Schulungen zu Antirassismus und Sensibilisierung gegenüber diskriminierendem Verhalten für alle städtischen Mitarbeiter*innen.

Unterstützt Ihre Partei verbindliche Antidiskriminierungs- und Awareness-Konzepte für städtisch geförderte Kultur- und Sportveranstaltungen, einschließlich klar geregelter Konsequenzen bei Verstößen?

Ja.

Welche Anforderungen und Sanktionsmechanismen sollen aus Sicht Ihrer Partei gelten? (Freitext)

Öffentliche Gelder sind an Verantwortung gebunden. Wer sie erhält, muss sicherstellen, dass Veranstaltungen diskriminierungsfrei und sicher für alle sind und muss mit Konsequenzen rechnen, wenn dieser Anspruch missachtet wird.

  • Eine unabhängige Stelle soll Beschwerden von Teilnehmer*innen sammeln und Stichproben durchführen.
  • Veranstalter*innen müssen Vorfälle und den Umgang damit nachvollziehbar festhalten und auf Nachfrage vorlegen.
  • Werden Auflagen nicht eingehalten, sollen Nachbesserungen und Beratung eingefordert werden- bei weiteren Verstößen Kürzungen oder Rückforderungen von Fördergeldern
  • Bei schweren oder wiederholten Pflichtverletzungen ein zeitweiliger Ausschluss von zukünftiger Förderung

 

Besonders im Bezug auf die freie Kulturszene gilt es allerdings, Kontrollmechanismen zu schaffen, die nicht zur finanziellen und bürokratischen Belastung bei der Durchführung von Veranstaltungen werden. Dies sollte aber gerade in der freien Szene kein Problem sein, da diese bereits jetzt auf ehrenamtlicher Basis häufig Vorreiter-Arbeit im Bereich Awareness und Inklusion leistet und hier auf langjährige Expertise zurückgreifen kann.

Ja

Welche konkreten Schritte oder Strukturen befürwortet Ihre Partei? (Freitext)

Die politbande fordert die Anerkennung von Antidiskriminierungsarbeit als städtische Pflichtaufgabe statt als freiwillige Leistung. Für eine dauerhafte Stärkung der Strukturen befürworten wir:

  • Die kommunale Antidiskriminierungsstelle (ADS) muss personell massiv aufgestockt und finanziell so abgesichert werden, dass sie unabhängig von politischen Schwankungen agieren kann.
  • Aufbau eines systematischen, kommunalen Monitorings zur Erfassung rassistischer Vorfälle, um strukturelle Diskriminierung sichtbar zu machen und eine Datenbasis für politische Gegenmaßnahmen zu schaffen.
  • Einrichtung niedrigschwelliger, mehrsprachiger Beschwerdewege (digital und analog vor Ort). Wir fordern verbindliche Sanktions- und Anreizkonzepte in städtischen Leitlinien, um bei Verstößen gegen Antidiskriminierungsauflagen klare Konsequenzen zu ziehen.
  • Einführung verbindlicher diskriminierungssensibler Leitlinien für alle Behörden sowie die Prüfung von Quotenregelungen zur Förderung der Repräsentation in der Verwaltung.

Defensive Architektur ist gewaltsame Verdrängung und löst keine Probleme. Wir fordern eine menschenfreundliche Stadtgestaltung und Hilfe statt Hürden für Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Verdrängung und Stigmatisierung lösen keine Probleme, sondern verlagern oder verstärken sie nur. Wir setzen uns dafür ein, dass das städtische Angebot Wege zurück in ein sicheres und anerkanntes Leben eröffnet. Daher fordern wir mehr öffentliche Sozialarbeit, niedrigschwellige Beratung und echte Unterstützungsangebote für Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden.

Ja, Wir wollen, dass die Stadt Nürnberg als Arbeitgeberin Vorbild für faire und diskriminierungsfreie Beschäftigung ist. Deshalb setzen wir uns für anonymisierte Bewerbungsverfahren in allen städtischen Betrieben und Tochtergesellschaften ein. In der ersten Auswahlrunde sollen Name, Foto, Alter, Geschlecht und Herkunft nicht sichtbar sein, damit allein Qualifikation und Erfahrung zählen. Die Verfahren müssen wissenschaftlich begleitet und regelmäßig ausgewertet werden.Gleichzeitig wollen wir Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenzen ausdrücklich als Qualifikation anerkennen. In Stellenausschreibungen sollen sie wo relevant als Einstellungskriterium oder Zusatzqualifikation bewertet und tariflich berücksichtigt werden.

Ja.

Wie sollen diese Fortbildungen kommunal verankert und umgesetzt werden?

Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt Nürnberg entsprechende Fortbildungen als verpflichtende Voraussetzung für alle städtischen und geförderten Bildungs- und Betreuungseinrichtungen festschreibt. Das bedeutet: Teilnahme muss regelmäßig erfolgen und Arbeitszeit sein, nicht private Zusatzbelastung.Zur Umsetzung braucht es eine kommunale Rahmenrichtlinie mit klaren Qualitätsstandards, zertifizierten Trägern und festen Zeitkontingenten pro Jahr. Die Stadt soll zentrale Fortbildungsprogramme finanzieren und koordinieren, damit Einrichtungen organisatorisch entlastet werden und gleiche Standards gelten. Inhalte müssen praxisnah sein, z. B. zu rassismuskritischer Pädagogik, diskriminierungssensibler Sprache, Konfliktintervention und Schutzkonzepten.Wichtig ist auch die Kontrolle: Einrichtungen sollen Teilnahme nachweisen und Fortbildungskonzepte vorlegen. Bei Nichteinhaltung müssen Auflagen folgen, bei wiederholten Verstößen auch förderrechtliche Konsequenzen.

Wir fordern eine durchgängig transparente Verwaltung, die für alle Bürger*innen barrierefrei zugänglich ist. KI darf bestehende strukturelle Diskriminierungen niemals verstärken. Neue Sofdtware und Technologien sollten immer erst kritisch hinterfragt werden, bevor sie in öffentlichen Strukturen zum Einsatz kommen. Außerdem muss die Unabhängigkeit öffentlicher Einrichtungen von privatwirtschaftlichen Tools gewährleistet sein.

Der Aktionsplan ist ein wichtiger Anfang, braucht aber endlich eine dauerhafte finanzielle Absicherung und klare Zuständigkeiten, um im Alltag der queeren Community Wirkung zu zeigen.

Wir wollen eine „Stadt von unten“. Echte Mitbestimmung für den Integrationsrat stärkt die demokratische Teilhabe derer, die oft übersehen werden.

Bildung beginnt in frühkindlichen Einrichtungen und darf nicht von der ökonomischen Situation der Eltern abhängen. Wir fordern qualitativ hochwertige Kitas, in denen soziale Gerechtigkeit die Grundlage bildet, damit alle Kinder die gleichen Startchancen haben. Einheitliche und sozial gestaffelte Gebühren sind notwendig, um Barrieren abzubauen und sicherzustellen, dass Teilhabe nicht an finanzieller Not scheitert. Bildung muss als Teil der gesellschaftlichen Grundversorgung für alle Menschen ohne Hürden zugänglich sein.

Klimaschutz muss die Maxime jeder Stadtplanung sein. Wir befürworten die Ablösung fossiler Energien. Bei der Frage nach Förderinstrumenten kommt es auf die Details und Rahmenbedingung an. Denkbar wäre es zum Beispiel, dass es sinnvoll oder notwendig wäre, solche Förderungen an Gemeinwohlorientierung zu knüpfen. Generell sollten profitorientierte Unternehmen sich in ihrem eigenen Interesse an Klimaschutz- und Klimaresilienzmaßnahmen beteiligen.

Öffentliches Geld darf nur an Unternehmen fließen, die ökologisch und sozial verantwortlich handeln. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Profite der Menschenwürde und dem Klimaschutz unterzuordnen.

Spekulativer Leerstand bei Wohnungsnot ist unethisch. Wir fordern eine Aufstockung des Personals zur Durchsetzung des Zweckentfremdungsverbots und eine kommunale Mietpreisprüfstelle gegen Wucher.

Ja, die Stadt soll in jedem Stadtteil konsumfreie Räume schaffen, denn solche Orte sind ein wichtiger Beitrag gegen Vereinsamung, Armut und Ausschluss.
Öffentliche Räume sind oft nur dann wirklich nutzbar, wenn man Geld ausgeben kann, zum Beispiel in Cafés, für Freizeitangebote oder Veranstaltungen. Menschen, die arm sind oder wenig Einkommen haben, werden so vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Dies trifft Kinder und Jugendliche besonders stark.
Begegnungsräume ohne Konsumzwang schaffen niedrigschwellige Orte, an denen sich Menschen treffen, austauschen und gemeinsame Aktivitäten erleben können, ohne finanziell belastet zu werden.

Pflege ist eine Lebensgrundlage, die dem Profitstreben entzogen werden muss. Anwerbung allein löst die Krise nicht, ist aber eine sinnvolle Maßnahme. Wir brauchen aber auch bessere Arbeitsbedingungen und eine Vergesellschaftung der Pflegevorsorge auf den verschiedenen Entscheidungsebenen: Kommunal, aber auch Landes- und Bundesweit.

Ja, wir fordern, dass die Stadtverwaltung bestehende Bildungs- und Aufklärungsprogramme zu Demokratie, Antirassismus, Antifaschismus und Erinnerungskultur deutlich ausweitet und lokale Initiativen gegen Rechtsextremismus finanziell wie organisatorisch stärkt.

Ja

Welche konkreten kommunalen Maßnahmen befürwortet Ihre Partei in diesem Zusammenhang (z.B. durch die Einrichtung einer unabhängigen Beschwerde- oder Ombudsstelle)?

Wir befürworten die Einrichtung einer unabhängigen Ombudsstelle zur Kontrolle polizeilicher und ordnungsdienstlicher Maßnahmen. Die kommunale Politik hat zwar leider nur relativ wenig Einfluss auf die Polozeiarbeit, sollte sich aber so stark wie möglich gegen diskriminierende Praktiken und Racial Profiling einsetzen und deutlich dagegen aussprechen.

Ja

Welche konkreten Maßnahmen unterstützt Ihre Partei auf kommunaler Ebene?

  • Personelle und finanzielle Stärkung der kommunalen Antidiskriminierungsstelle sowie der Aufbau eines unabhängigen Monitorings zur systematischen Erfassung rassistischer Vorfälle.
  • Einrichtung einer externen Beschwerdestelle zur Kontrolle polizeilicher und ordnungsdienstlicher Maßnahmen, um Racial Profiling wirksam entgegenzutreten.
  • Einführung diskriminierungssensibler Leitlinien für alle Behörden und die systematische Prüfung von Quotenregelungen zur Förderung der Repräsentation in der Verwaltung.
  • Abbau bürokratischer Hürden durch mehrsprachige Infopoints, digitale Transparenz bei Antragsständen und die personelle Aufstockung zur Beendigung existenzgefährdender Wartezeiten.
  • Konsequente Dokumentation und Verfolgung rechtsextremer Grenzüberschreitungen bei öffentlichen Aufmärschen sowie die finanzielle Stärkung zivilgesellschaftlicher Antirassismus-Projekte.
  • Einführung regelmäßiger rassismuskritischer und diskriminierungssensibler Schulungen für alle städtischen Angestellten, das Servicepersonal sowie den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD).

 

Befürwortet Ihre Partei verpflichtende diskriminierungssensible und rassismuskritische Fortbildungen für Beschäftigte und jegliches Servicepersonal in kommunalen Verwaltungseinrichtungen? (ja/nein)

Ja

Ja

Welche konkreten zielgruppenspezifischen Maßnahmen hält Ihre Partei aufkommunaler Ebene für erforderlich bzw. sinnvoll? (Freitext)

Generell möchten wir Vereine, Initiatven und Interessensvertretungen Schwarzer Menschen und deren Erfahrungen und Expertise viel stärker in Entscheidungsprozesse einbinden, und deren Bedürfnisse direkt in die kommunale Politik einfließen lassen. Als „Brücke“ zwischen Zivilgesellschaft und Stadtrat verfolgen wir eine Politik der „Stadt von unten“, also der Partizipation.

Wir setzen uns für die dauerhafte finanzielle Absicherung von Schutzräumen (Safe Spaces) und Empowerment-Angeboten ein, die direkt von der Schwarzen Community (z. B. ISD Nürnberg) verwaltet werden.Wir fordern die Einführung regelmäßiger rassismuskritischer und diskriminierungssensibler Schulungen für alle städtischen Angestellten sowie den Kommunalen Ordnungsdienst, um institutioneller Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Die kommunale ADS muss personell so ausgestattet werden, dass sie ein unabhängiges Monitoring rassistischer Vorfälle sowie effektive Beschwerdemechanismen sicherstellen kann.Wir wollen die systematische Aufarbeitung kolonialer Bezüge im Stadtbild vorantreiben.

Wir fordern den Abbau bürokratischer Hürden in der Ausländerbehörde, um Arbeitsgenehmigungen schneller zu erteilen, sowie städtische Förderprogramme für Integrations- und Sprachkurse.

Wir setzen uns für eine eine gerechte Verteilung von Macht und Ressourcen sowie die Befreiung von patriarchalen Strukturen ein. Wir fordern, dass städtische Führungspositionen paritätisch besetzt werden. Die Stadt Nürnberg muss hier als Vorbild vorangehen und Gleichstellung durch verbindliche personelle Ziele aktiv fördern. Erst durch die Repräsentation verschiedener Perspektiven in den Entscheidungsgremien wird soziale Gerechtigkeit und Teilhabe für alle wirklich greifbar und die Dominanz Weniger beendet. 

Geflüchteten muss ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Das Bezahlkartensystem lehnen wir als solches ab uns sprechen uns für Geld satt Karten für Geflüchtete aus. Auch hier gilt allerdings: Zum Großteil ist dies auf Bundes- und Landesebene zu entscheiden, Nürnberg kann allerdings Kartentauschaktionen gegenüber unterstützend und wohlwollend auftreten und sich auch hier für soziale Gerechtigkeit stark machen, denn sozial gerecht ist die Bezahlkartenregelung nicht. Eine Erhöhung des zur Verfügung stehenden Geldes befürworten wir, reicht uns aber nicht aus.

Ja, Wir wollen Beteiligungsformate so gestalten, dass sie sprachlich, organisatorisch und sozial zugänglich sind. Konkret setzen wir uns dafür ein, dass Bürger*innenbefragungen und Beteiligungsverfahren grundsätzlich mehrsprachig angeboten werden, sowohl online als auch vor Ort. Die Stadt soll dafür feste Übersetzungsbudgets, einfache Sprache und barrierearme Formate verbindlich einplanen.

Beteiligungsformate müssen intersektional Analysiert werden. Kooperationen mit Migrant*innenorganisationen sollen strukturell gefördert werden, damit Beteiligung auf Vertrauen und bestehenden Netzwerken aufbaut. Auch in dieser Frage können runde Tische mit Verteter*innen der community und der Stadt ein besseres Bewustsein schaffen.

Gesundheit ist ein Menschenrecht, unabhängig vom Aufenthaltsstatus oder Einkommen. Wir fordern eine solidarische Poliklinik im Zentrum, die anonyme Hilfe für alle sicherstellt. 

Niemand darf in der Not allein gelassen werden. Unser Konzept für ein soziales Sorgezentrum im ehemaligen Kaufhof sieht genau solche Beratungs- und Unterstützungsangebote für hilfsbedürftige Menschen vor.

Bildungseinrichtungen müssen sichere Orte für Alle sein. Das Recht auf Asyl ist unantastbar; wir fordern gerechte Bedingungen und einen respektvollen Umgang statt administrativer Gewalt gegen Lernende.

Migration und solidarische StadtgesellschaftSetzt sich Ihre Partei auf kommunaler Ebene dafür ein, Nürnberg als solidarischeStadt zu stärken, indem bestehende integrationspolitische Strukturen (z. B.Integrationsbeirat, kommunale Antidiskriminierungsprogramme, quartiersbezogeneIntegrationsarbeit) ausgebaut und dauerhaft abgesichert werden? (ja/nein)

Ja.

Setzt sich Ihre Partei in Nürnberg für eine menschenwürdige Unterbringung und Gesundheitsversorgung von Geflüchteten ein? (ja/nein)

Ja

Befürwortet Ihre Partei die Einführung einer städtischen Gesundheitskarte bzw.Krankenversicherungskarte für Geflüchtete und Asylbewerber in Nürnberg? (ja/nein)

Ja

Setzt sich Ihre Partei gegen die Anwendung der Bezahlkarte für Schutzsuchendeauf kommunaler Ebene in Nürnberg ein bzw. lehnt diese ab ? (Ja/nein)

Ja

Das in dieser Form ausschließlich in Deutschland angewandte sogenannte Werkstatt-System verstößt klar gegen die UN Behindertenrechtskonvention. Neben der Segregation ist die Bezahlung der zweite klare Verstoß, weswegen es dringend nötig ist zumindest diesen Punkt anzupassen.

Das sogenannte Werkstatt-System sollte in seiner Gesamtheit hinterfragt und grundlegend an geltende internationale Beschlüsse angepasst werden, was allerdings die kommunale Entscheidungsebene übersteigt.

Ja, Wir haben zu diesem Punkt noch keine detailliert ausgearbeitete Strategie, befürworten die Forderung nach mehr Aufarbeitung dieser Menschenrechtsverbrechen ausdrücklich.

Ja, Eine unserer zentralen Fordderungen ist ein Strukturförderpaket für selbstorganisierte Kulturarbeit, dies gilt selbstverständlich auch für Projekte aus der Geflüchtetenarbeit und migrantisierten Community.Hier fordern wir die Bereitstellung fester Mittel im kommunalen Haushalt für migrantische Selbstorganisationen und Vereine. Die politbande ist eine rein kommunalpolitische Wähler*innengruppe und hat daher keine konkreten Forderungen auf Landes- und Bundesebene. Grundsätzlich sprechen wir uns aber dafür aus, dass auch die Landes- und Bundesregierungen hier finanzielle Verantwortung überniehmen, da Migrant*innen-Selbstorganisationen und Projekte ein wichtiger Beitrag für eine gerechtere und lebenswerte Gesellschaft sind.

Ja.

Welche konkreten Maßnahmen oder Formate befürwortet Ihre Partei auf kommunaler Ebene (z. B. geförderte Präventionsnetzwerke oder institutionalisierteAustauschrunden)?

Wir haben gute Erfahrungen mit dem Format der „Runden Tische“ gemacht, bei dem Vertreter*innen von Interessensgruppen, Vereinen und Initiativen mit der Stadtpolitik- und Verwaltung in den Austausch treten. Oft wirkt ein verbindlicher und offener Austausch, sinnvolle Maßnahmen und Lösungen für drängende Probleme zu finden. Zuletzt haben wir dieses Werkzeug zur Rettung der freien Theater angestoßen und dort wurden Verbindliche Maßnahmen als Ergebnis erzielt, wir wollen dieses Werkzeug auch im sozialen Bereich und zum Thema Antirassismus und Antisexismus etablieren.

Ja

Welche Programme, Kooperationen oder Instrumente befürwortet Ihre Partei?

Gezielte Mentoring-Programme und die Förderung von Kooperationen zwischen Schulen und intersektionalen und diversitätsbewussten Initiativen.

Beabsichtigen Sie, Maßnahmen zu ergreifen, die die Integration von Menschen mitMigrationshintergrund in Ausbildung und Arbeit beschleunigen – insbesondere fürbenachteiligte Gruppen wie Frauen und junge Geflüchtete? (ja/nein)

Ja

Ja.

Wie sollen diese Maßnahmen auf kommunaler Ebene konkret umgesetzt werden?

Maßnahmen gegen Racial Profiling müssen verbindlich, überprüfbar und dauerhaft angelegt sein. Wir wollen, dass verpflichtende Antidiskriminierungs-, Menschenrechts- und Bias-Trainings für kommunale Ordnungsdienste in städtischen Dienstvorschriften verankert werden – mit festen Wiederholungsintervallen und Teilnahme als Dienstzeit. Inhalte und Qualität sollen durch unabhängige Fachstellen entwickelt und evaluiert werden, nicht intern. Zur Kontrolle braucht es transparente Beschwerdestrukturen: eine unabhängige kommunale Meldestelle mit anonymen Anzeigewegen, Dokumentationspflicht für Einsätze sowie regelmäßige veröffentlichte Berichte zu Vorfällen und Maßnahmen.Betroffene müssen gleichzeitig schnell Unterstützung erhalten. Deshalb wollen wir Beratungsstellen und Antidiskriminierungsbüros finanziell absichern, personell ausbauen und eng mit psychosozialer, rechtlicher und Community-Beratung vernetzen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Sicherheit und körperliche Unversehrtheit. Wir fordern den Ausbau niedrigschwelliger, diskriminierungsfreier Hilfe- und Schutzangebote.

Ja, Wir wollen einen offenen Umgang unserer Stadt mit ihrem rassistischen und kolonialem Erbe, ohne es zu verschleiern oder zu klittern.Wir befürworten die Kontextualisierung vor Ort. Auch Stadtführungen und touristisches Infomaterial der Stadt sollen darauf eingehen und Rassismen, Kolonialverbrechen oder andere Menschenrechtsverletzungen klar bennen und kontextualisieren. Nürnberg als Stadt der Menschenrechte sollte hier besondere Sorgfalt an den Tag legen.Gegebenennfalls befürworten wir auch  die Umgestaltung oder Entfernung diskriminierender Statuen. Dies ist aber immer Kontextabhängig und am konkreten Fall zu entscheiden. Hier sollten sowohl die Perspektiven von Wissenschaft und Betroffenen einbezogen werden.

Mit welchen Institutionen, Initiativen und Organisationen soll dieser Prozess inKooperation erfolgen?

Die Maßnahmen müssen im engen Austausch mit Betroffenengruppen, Vereinen, diasporischen Initiativen, den städtischen Museen- und Sammlungen, der Kunsthistorischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität, dem Stadtarchiv, Historiker*innen und Wissenschaftler*innen geschenen. Das Kooperationsnetzwerk sollte auch erweitert gedacht werden und Institutionen und Forschungsergebnisse und Expertise  auf internationaler Ebene einbeziehen.

Auf keinen Fall dürfen Maßnahmen ergriffen werden, die nicht zusammen mit Vertreter*innen der betroffenen Community erarbeitet wurden.

Ja.

Welche Angebote oder Strukturen sollen konkret gestärkt oder neu geschaffenwerden? (Freitext)

Massive Förderung von Aktivspielplätzen und Jugendtreffs in allen Stadtteilen sowie die Schaffung und Förderung von „Safe Spaces“ für Schwarze Jugendliche, auch auf selbstverwalteter Basis.

Ja

Falls Ja: Ist im Nürnberger Haushalt 2026 ein Budget für die systematische Erfassung und Prüfung von Denkmälern, Straßennamen und Statuen vorgesehen? (ja/nein)

Leider nicht, wir würden das aber befürworten.

Für uns ist Wohnen keine Ware wie jede andere, sondern ein Menschenrecht. Wir setzen auf deutliche Verstärkung des kommunalen Wohnungsbau auf Basis einer sozialeren Steuerverteilung und eine spürbare Stärkung gemeinwohlorientierter Modelle wie dem Mietshäuser-Syndikat. Auch genossenschaftliche Wohnprojekte sollen gefördert werden, indem die Stadt Grundstücke bevorzugt an gemeinwohlorientierte Träger vergibt. Eine enorme Chance bietet die perspektivische Umwidmung von städtischen Flächen, wie zum Beispiel des Frankenschnellwegs: Statt Stadtautobahnen und mehr Raum, der von Autos beansprucht wird, sollte öffentlicher Raum für städtischen und genossenschaftlichen Wohnbau genutzt werden.
Gleichzeitig braucht es eine klare Regulierung des Wohnungsmarkts: ein konsequent durchgesetztes, städtisches Zweckentfremdungsverbot, Sanktionen gegen spekulativen Leerstand. Grundlegend sind rechtssichere Vorgaben für leistbare Mieten bei Neu- und Altbauten, die Mieter vor Wucher schützen und Vermietern moderate Gewinne anbieten. Bauanreize – etwa geringere Stellplatzvorgaben, Erleichterungen im Bauordnungsrecht, oder Förderungen für nachhaltige Wohnkonzepte – müssen daran geknüpft werden, leistbaren Wohnraum zu ermöglichen.
Wir fordern zudem ein Recht auf Wohnraum: Kein Mensch, der eine Wohnung besitzt, darf durch Staatsgewalt auf der Straße landen. Wenn eine Wohnung aus welchen Gründen auch immer geräumt wird, muss dem darin lebenden Mensch eine neue Wohnung zur Verfügung gestellt werden.
In vielen Fällen herrscht leider gar kein ausreichendes Wissen über vorhandene Angebote bzw. sind die Hürden für Anträge und der Bürokratie-Irrgarten nicht zu bewältigen. Besonders Menschen, die gerade in persönlichen Krisen stecken, fallen so durchs Raster und landen im schlimmsten Fall in der Wohnungslosigkeit. Wir fordern eine Ausweitung der Beratung und Unterstützung für in Not geratene Menschen sowohl in Rechtsfragen als auch bei Anträgen für Sozialleistungen und dem Finden von neuem Wohnraum.

Häufig müssen ältere Menschen ihre Wohnung verlassen, weil sie nicht barrierefrei ist. Eine neue bezahlbare barrierefreie Wohnung zu finden ist meist unmöglich und oft müssen diese Menschen dann gegen ihren Willen in eine Pflegeeinrichtung. Wir fordern, dass Menschen mit Pflegegrad oder anderweitiger körperlicher Beeinträchtigung ein Vorrecht auf Wohnungen mit z.B. Aufzug haben. Grundsätzlich gilt: Jeder Neubau sollte barrierefrei sein und bestehender Wohnraum muss systematisch umgebaut werden, wo dies möglich ist. Je mehr barrierefreie Objekte es gibt, desto geringer wird der Kampf um sie. Deshalb setzen wir uns hier ein für Förderprogramme, städtische Zuschüsse und bindende Standards. Zudem möchten wir, dass durch regulatorische Rahmensetzungen, Barrierefreiheit in Neubauten die attraktivste Option darstellt.
Zusätzlich sollte ein Wohnungstauschmodell nach österreichischem Vorbild implementiert werden, bei dem nicht eingeschränkte Menschen ihre barrierearme Wohnung tauschen können. Dies muss durch die Stadt aktiv unterstützt werden, etwa durch Beratung und unbürokratische Abläufe.

Zu diesem Punkt haben wir noch keinen festen Standpunkt.

Eine seniorenfreundliche Innenstadt beginnt für uns bei einem gesunden Klima und Raum für das Leben: mehr echte Begrünung, die Schatten spendet und die Luft verbessert, sowie ausreichend Sitz- und Rastmöglichkeiten in verschiedenen Höhen. Trinkwasserbrunnen sollten in allen zentralen Bereichen zur Grundausstattung gehören. Barrierefreiheit muss überall Standard sein: Blindenleitstreifen, gut sichtbare Beschilderung, Haltegriffe an Treppen und verständliche Hinweise an öffentlichen Einrichtungen. Öffentliche Toiletten müssen zahlreich, gut zugänglich und selbstverständlich kostenlos sein.
Eine gute Aufenthaltsqualität entsteht da, wo Begegnung möglich ist. Wir wollen kleine, dezentrale Pocket Parks und offene Treffpunkte schaffen, in denen Kultur, Beratung und (intergenerationaler) Austausch stattfinden können, sowie Innenräume ohne die Pflicht, dort Geld ausgeben zu müssen. Um Raum für solche Orte zu schaffen und die Sicherheit für alle Menschen zu erhöhen, wollen wir den öffentlichen Raum gerechter verteilen. Eine autofreie Altstadt halten wir langfristig für sinnvoll – aber nur im Zusammenspiel mit alternativen Mobilitätsangeboten wie kleine ÖPNV-Shuttles oder Lastenräder.
Baugruben wie am Aufseßplatz, die abgeriegelt und blickdicht gemacht werden, anstatt sie der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, können nicht hingenommen werden. Der in Nürnberg bestehende Leerstand muss erfasst und mit einer Abgabe versehen werden. Wenn es ein Unternehmen über mehrere Jahre nicht schafft, größere Flächen nutzbar zu machen, müssen diese vergesellschaftet werden und in einem demokratischen Prozess über ihre weitere Nutzung entschieden werden (z.B. Anlage von Grünflächen oder sozialer Wohnungsbau).

Wir fordern eine Ausweitung der Beratung und Unterstützung für Menschen in persönlichen Krisen, um soziale Ausgrenzung zu verhindern. Präventive Sozialarbeit ist keine bloße Kostenstelle, sondern eine Investition, die langfristig Kosten spart und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Der ASD muss personell so ausgestattet sein, dass er Hilfen für Familien zügig steuern kann, anstatt Betroffene in der Warteschleife hängen zu lassen. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die erreichbar ist und die Belange der Menschen auf Augenhöhe ernst nimmt.